Sit plenum venter in corpore sano!
6. März 2010 um 22:35 Uhr
Geschrieben von max in Allgemein

….die Vollgestopften, Kraftstrotzenden, Lauten, Immer-Zufriedenen.
Behalte die Matten-Müden, Moros-Morbiden-Makaber-Monstruösen - die immer Meckernd-Muffen, kurz die Miesen, sie erfrischen und verjüngen.”
Varlin


6. März 2010 um 08:49 Uhr
Geschrieben von max in Allgemein

…möchtet ihr wohl wissen? Nun denn: Steht kein Autor dabei, sind sie natürlich von mir - alle anderen kommen von Lyrikmail - dem täglichen und kostenlosen Gedichteverteiler von Gregor Koall in Berlin. Jeden tag schickt er an tausende Abonnenten herrliche alte und manchmal auch neue Gedichte, zum Schmunzeln, Nachfühlen und für den großen Erkenntnisgewinn! Da geht der Tag gut los! Den Link zu Lyrikmail findet Ihr nebenan in der LINX-Liste!


6. März 2010 um 08:41 Uhr
Geschrieben von max in Allgemein

Im Frühling ward die Welt verneut und wiederbracht,
Drum sagst du recht, daß sie im Frühling ist gemacht.

Angelus Silesius (1624-1677)


5. März 2010 um 08:38 Uhr
Geschrieben von max in Allgemein

Ein Opfer der Zerstückung, ganz besessen,
Bin ich - wie nennt ihrs doch? - ein Schizophrene.
Ihr wollt, dass ich verschwinde von der Szene,
Um euren eignen Anblick zu vergessen.

Ich aber werde eure Worte pressen
In des Sonettes dunkle Kantilene.
Es haben meine ätzenden Arsene
Das Blut euch bis zum Herzen schon durchmessen.

Des Tages Licht und der Gewohnheit Dauer
Behüten euch mit einer sichern Mauer
Vor meinem Aberwitz und grellen Wahne.

Doch plötzlich überfällt auch euch die Trauer.
Es rüttelt euch ein unterirdischer Schauer
Und ihr zergeht im Schwunge meiner Fahne.

Hugo Ball (1886-1927)


23. Februar 2010 um 09:01 Uhr
Geschrieben von max in Allgemein

Abschied von seiner ungetreuen Liebsten

Wie gedacht,
Vor geliebt, jezt ausgelacht.
Gestern in die Schoos gerißen,
Heute von der Brust geschmißen,
Morgen in die Gruft gebracht.
Wie gedacht,
Vor geliebt, jezt ausgelacht.

Dieses ist
Aller Jungfern Hinterlist:
Viel versprechen, wenig halten;
Sie entzünden und erkalten
Öfters, eh ein Tag verfliest.
Dieses ist
Aller Jungfern Hinterlist.

Dein Betrug,
Falsche Seele, macht mich klug;
Keine soll mich mehr umfaßen,
Keine soll mich mehr verlaßen,
Einmahl ist vorwahr genug.
Dein Betrug,
Falsche Seele, macht mich klug.

Dencke nur,
Ungetreue Creatur,
Dencke, sag ich, nur zurücke
Und betrachte deine Tücke
Und erwege deinen Schwur.
Dencke nur,
Ungetreue Creatur!

Hastu nicht
Ein Gewißen, das dich sticht,
Wenn die Treue meines Herzens,
Wenn die Größe meines Schmerzens
Deinem Wechsel widerspricht?
Hastu nicht
Ein Gewißen, das dich sticht?

Bringt mein Kuß
Dir so eilends Überdruß,
Ey so geh und küße diesen,
Welcher dir sein Geld gewiesen,
Das dich warlich blenden muß,
Bringt mein Kuß
Dir so eilends Überdruß.

Bin ich arm,
Dieses macht mir wenig Harm;
Tugend steckt nicht in dem Beuthel,

Gold und Schmuck macht nur die Scheitel,
Aber nicht die Liebe warm.
Bin ich arm,
Dieses macht mir wenig Harm.

Und wie bald
Mißt die Schönheit die Gestalt!
Rühmstu gleich von deiner Farbe,
Daß sie ihres gleichen darbe,
Auch die Rosen werden alt.
Und wie bald
Mißt die Schönheit die Gestalt!

Weg mit dir,
Falsches Herze, weg von mir!
Ich zerreiße deine Kette,
Denn die kluge Henriette
Stellet mir was Beßers für.
Weg mit dir,
Falsches Herze, weg von mir!

Johann Christian Günther (1695-1723)


27. Januar 2010 um 00:06 Uhr
Geschrieben von max in Allgemein

Mein Name ist Max, meine Freunde nennen mich auch kurz: Maximilian.


26. Januar 2010 um 10:47 Uhr
Geschrieben von max in Allgemein

Fanny (4) legt den Kopf schräg, kneift die Augen ein bißchen zusammen und mustert mich eindringlich. Dann huscht ein Grinsen über ihr Gesicht: “Onkel Max, Du siehst aus, als wärst Du total berühmt!”. Und ich schmelze zu einem Pfützchen eitler Freude…


5. Januar 2010 um 19:26 Uhr
Geschrieben von max in Allgemein

Wenn man verletzt ist, weil ein Anderer nicht so handelt, wie man es sich gewünscht hat, ist es zuweilen recht schwer, den Schmerz darüber nicht dem Anderen so zuzuschreiben, als habe der ihn mit Absicht zugefügt.


25. Dezember 2009 um 12:46 Uhr
Geschrieben von max in Allgemein

Um die Weihnachtstanne sitzen
Onkels, Tanten, und sie schwitzen,
weil ihnen nach dem Weihnachtsbraten
der Magen aus dem Takt geraten.
Torben, halbstark und der Sohn,
denkt: “Wartet nur, ich krieg Euch schon!”
Und er serviert ein Tässchen Tee
mit Cannabis und LSD.
Bei Onkels Tanten und Cousinen
erhellen sichtbar sich die Mienen,
und wie ein Stamm der Hottentotten
entledigt man sich der Klamotten.
Die Spießer, ohne Kleid und Binder,
gebärden sich wie Blumenkinder.
Es gibt ihn doch, man glaubt es kaum,
den Gangbang unterm Weihnachtsbaum.
Danach, als alle wieder nüchtern,
verziehen sie sich wund und schüchtern.
Doch still und leise denken sie:
So schön war Weihnachten noch nie!


20. Dezember 2009 um 14:11 Uhr
Geschrieben von max in Allgemein